Glutenfrei backen: Körniges Kraftbrot aus dem Brotbackautomaten

Ihr Lieben! Nachdem ich immer noch mit den Bildern der Vivaness/Biofach kämpfe und einiges nicht so läuft, wie ich das gerne möchte, bekommt ihr jetzt schonmal ein neues Rezept von mir.

Ich backe ja schon seit längerem immer wieder selbst glutenfreies Brot. Über meine Anfänge auf der Suche nach einem schmackhaften Brot und meine entstandene Liebe zu meinem Brotbackautomat hatte ich hier ja bereits ausführlich berichtet. Auch habe ich euch ein paar Tipps zu diesem Thema ans Herz gelegt.

Immer wenn ich Ferien oder viel Zeit habe, schiesst die Koch- und Back-Kreativität nur so aus mir raus und ich probiere ins Blaue die wildesten Kombinationen und Ideen aus. Beim Brotbacken habe ich – inspiriert durch einige Gespräche auf der Biofach – mit verschiedenen Flocken experimentiert. Das folgende Brot ist auf Anhieb der Knaller gewesen. Daher möchte ich es euch nicht vorenthalten.

Das „Körnige Kraftbrot“ für den Brotbackautomaten ist für mich ein super Pendant zu den körnigen Vollkornbroten aus meiner glutenhaltigen Zeit, die ich immer so gerne gegessen habe. Es hat einen Vollkornbrot-Charakter, schmeckt aber nicht so herb und bleibt noch lange feucht – was nicht selbstverständlich bei glutenfreien Broten ist. Und es ist wunderbar körnig und abwechslungsreich!

Nach zweimaligen Nachbacken hier also das Rezept für Euch:

 

Glutenfreies, körniges Kraftbrot aus dem Brotbackautomaten

Zutaten:

für ein ca. 400-500g schweres Brot (kleine Form im Brotbackautomaten) – glutenfrei, laktosefrei, vegan

  • 200-250 ml Wasser (je nach Konsistenz)
  • 1 EL Essig
  • 50 g glutenfreie Mehlmischung (ich nehme am Liebsten Schär Mix B oder die Mischung von der Migros)
  • 50 g Vollkorn-Reismehl (ich nehme meistens das von Bauck oder Werz – es geht aber natürlich auch normales Reismehl)
  • 50 g Sojaflocken (gibt es mittlerweile überall zu kaufen – z.B. auch bei Dm, Migros oder Alnatura)
  • 50 g Sonnenblumenkerne
  • 40 g Leinsamen (ich nehme am liebsten die bereits geschroteten Leinsamen)
  • 1/2 TL Zucker 
  • 1/2 TL Salz
  • 1 TL Trockenhefe (Ich backe gerne mit Trockenhefe, da ich diese immer zu Hause habe. Es geht aber auch frische Hefe.)
  • 1/2 TL Xanthan
  • 1 TL Flohsamenschalen

Zu Xanthan und den Flohsamenschalen sei noch kurz gesagt: Diese müssen nicht zwingend zugegeben werden. Ich bin aber der Meinung, dass diese beiden „Zauber-Mittelchen“ einen kleinen Teil an das erfolgreiche Backen ohne Gluten beitragen und ich möchte sie nicht mehr missen. Eine Anschaffung lohnt sich daher längerfristig – vor allem, wenn man so gerne bäckt wie ich.

Ein kurzer Exkurs:

Xanthan ist ein Bindemittel und sorgt für mehr Volumen, Elastizität und Viskosität. Leider habe ich auch schon gehört, dass nicht jeder Xanthan verträgt. Probiert es einfach aus. Ansonsten könnt ihr es auch z.B. durch Guakernmehl ersetzen oder es einfach weglassen. Genauere Infos zum Thema Xanthan findet ihr z.B. bei Tanja oder Steffi.

Flohsamenschalen – auch Fiber Husk oder Psyllium genannt – sind bei mir eigentlich immer mit einem ekligen gelee-artigen Drink am Morgen assoziiert, als mein damaliger Arzt mich noch wegen meines „anscheinenden Reiz-Darm-Syndroms“ behandelte. Ich musste selten so etwas ekliges Trinken. Nicht wegen des Geschmacks, sondern wegen der Konsistenz. Nichtsdestotrotz sind Flohsamenschalen reich an Ballaststoffen und haben eine sehr gute „Quell-Eigenschaft“ (vergleichbar z.B. mit Chia-Samen). Scheinbar sollen sie die Feuchtigkeit besser im Teig halten und den Teig geschmeidiger machen.

Hier findet ihr eine kurze Auflistung verschiedenster Binde- und Hilfsmittelchen insbesondere beim glutenfreien Backen.

Anstatt Reismehl und Mix-Mehl könnt ihr übrigens auch andere Mehle oder nur eins von beiden nutzen. Nehmt ansonsten einfach, was ihr da habt. Das mache ich meistens auch 😉

Zubereitung:

Nachdem ich die Knethaken des Brotbackautomaten mit Kokosöl eingefettet habe, fülle ich erst das Wasser, Essig und das Salz in die Form und gebe dann die restlichen Zutaten dazu. Dann wähle ich das Vollkorn-Basis-Programm und lasse den Brotbackautomaten seine Arbeit machen. Zwischendurch schaue ich, ob die Konsistenz stimmt und gebe ggf. noch etwas Wasser hinzu.

Heraus kommt dieses lecker-schmeckende Kraftbrot:

Man kann das Brot natürlich auch ohne Brotbackautomaten nachbacken. Ich habe es nur für euch einmal ohne probiert. Der Geschmack ist derselbe, das Brot ist allerdings nicht so schön aufgegangen, wie es das im Automaten tut…

Ich muss ehrlich gestehen, dass ich momentan grossen Gefallen an der eigenen Rezept-Entwicklung habe und es durchaus sein könnte, dass Ihr zwischendrin wieder die ein oder andere Kreation von mir zu lesen bekommen werdet.

Solltet ihr euch entschliessen, dieses Brot nachzubacken, lasst es mich doch in den Kommentaren wissen oder taggt mich auf Facebook oder Instagram. Ich bin gespannt auf eure Erfahrungen!

Bis dahin: Lasst es Euch schmecken!